Brandstiftung - ZKPF | Dr. Rita Steffes-enn | Zentrum für Kriminologie Polizeiforschung

Brandstiftung

Nichtmonetäre Motive bei Brandstiftungsdelikten

Die polizeiliche Kriminalstatistik spiegelt seit Jahren ein Hauptproblem polizeilicher Ermittlungsarbeit bei Branddelikten wider: die fehlenden verwertbaren Beweise bei vorsätzlichen Branddelikten. Im Jahr 2018 lag die Aufklärungsquote bei 35,2 %. Dabei kennen erfahrene ErmittlerInnen die zumeist männlichen Täter in der Mehrzahl der Fälle. Doch oft fehlt es nicht nur an verwertbaren Beweisen, sondern die Motivation der zumeist männlichen Tatverdächtigen bleibt im Dunklen. Was bringt einen Menschen dazu, in der Nacht eine Reihe Autos anzuzünden? Was unterscheidet ihn von einem Täter, der eine Wohnungstür in Brand setzt? Was bewegt einen Menschen gar einen anderen Menschen mit Feuer zu verletzen?
Das Seminar widmet sich diesen Fragestellungen und vermittelt einen Einblick in die Psychologie der Brandstifter. Es beinhaltet sowohl deliktorientierte als auch persönlichkeitsspezifische Aspekte. Langfristig kann sich ein tieferes Verständnis der Tathintergründe positiv auf Ermittlungsansätze und Vernehmungsstrategien auswirken. Das Verstehen der Psychodynamik der Täter kann sich zudem auf die Arbeitszufriedenheit bei BrandermittlerInnen auswirken, weil trotz geringem Ermittlungserfolg die eigene fachliche Kompetenz positiv erlebt wird. In der Behandlungsarbeit lassen sich aus den Erkenntnissen individualisierte Ansätze für die deliktorientierte Therapie ableiten.

Inhaltlich und methodisch zielt die Fortbildung auf folgende Schwerpunkte ab:

• Theoretische Wissensvermittlung zir "Psychologie der Brandstiftung"
• Tathergangsanalyse bei Branddelikten
• Forschung zu Tätertypologien

Ansprechpartnerin: Michaela Schätz

 

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