Cyberkriminologisches Präventionsprogramm – ZKPF | Zentrum für Kriminologie Polizeiforschung

Cyberkriminologisches Präventionsprogramm

CyberKriP | Kriminalpräventives Training zur Vermeidung der Nutzung
von kinderpornografischen Inhalten/Missbrauchsabbildungen
- durch Kinder und Jugendliche
- durch Erwachsene

 
Aktuelle Termine zu unseren offenen CyberKriP-Zertifizierungskursen finden Sie hier:Anmeldeformular

Das CyberKriP (Steffes.enn & Theel, 2022, 2023) ist ein sexual- und medienpädagogischer Ansatz, der erst nach differenziertem Clearing auf Grundlage der Wikrfaktoren rückfallpräventiven Arbeitens, den RNR-Prinzipien (Risk-Needs-Responsivity, Andrews et al. 1990), Anwendung findet. Orientiert man sich an den RNR-Prinzipien, eignen sich Soziale Trainingskurse und Diversionsmaßnahmen primär für Personen mit einem eher geringen Rückfallrisiko, die also in ihrer Persönlichkeit keine bzw. wenige kriminogene Risikofaktoren sowie keine bzw. nur rudimentäre Hemmnisse in der Ansprechbarkeit aufweisen. Mit dem CyberKriP wird den mit der Diversionsmaßnahme beauftragten, kriminalpräventiven Institutionen und Fachkräften ein Werkzeug an die Hand gegegeben, das den weniger invasiven kriminalpräventiven Bedarf eines Großteils meist junger Täter:innen dieser Deliktgruppe aus dem sog. Hellfeld (vgl. Tatverdächtigenzahlen in der Polizeilichen Kriminalstatistik) abdeckt.
Vor dem Hintergrund einer justiziellen Zwangskonstellation im Kontext einer Diversionsmaßnahmen und der damit einhergehenden Widerstände ist bei jungen Tätern oftmals ein Gruppensetting zu Gunsten der Identitätsentwicklung, Autonomieförderung sowie zur Überwindung von Schamgefühlen einem kriminaltherapeutischen Einzelsetting vorzuziehen. Wirkfaktoren und Effizienzen von Gruppensettings sind insbesondere in der Arbeit mit jungen Menschen in zahlreichen Studien dargelegt. 

Steffes-enn und Theel (2022, 2023) entwickelten im Hinblick auf die beschriebene Problematik sowie auf Grundlage (teils eigener) wissenschaftlicher Erkenntnisse das CyberKriP. In modifizierter Form kann das CyberKriP auch als Einzelmaßnahme durchgeführt werden.

Das CyberKriP setzt seinen Schwerpunkt auf kriminogene Aspekte wie beispielsweise delinquenzrelevante Pornogenre, Sexting, Upskirting, Downblousing sowie der Erweiterung einer sozialadäquaten Medienkompetenz und rückfallpräventiven, sexualpädagogischen Elemente. Identitätsfördernde Fragen sind heutzutage ebenso wie soziale Beziehungen und die Anbahnung sexueller Kontakte/intimer Beziehungen nicht mehr ohne die digitalen Medien zu denken. Zentrale Fragen sind hierbei „Wer bin ich?“, „Wer möchte ich sein?“, „Was ist meine Rolle in der Gesellschaft?“, „Welche sexuelle Ansprechbarkeit habe ich?“, „Was und wen finde ich attraktiv?“. Daher bietet CyberKriP den Klient:inen eine professionelle Unterstützung zur konstruktiven Mediennutzung, zur Identitätsentwicklung, auch im Sinne einer adäquaten „Cyberidentität“, sowie zum Umgang mit Sexualität und Erotik sowie mit Beziehungen, Beziehungsanbahnung und -pflege im digitalen Raum.

In dem viertägigen Zertifizierungskurs vermitteln wir methodische Vorgehensweisen in den jeweiligen Phasen zur Rückfallprophylaxe. Integriert ist zudem ein Exkurs zu den Besonderheiten in der Anwendung von CyberKriP bei Erwachsenen.

In der Arbeit mit Nutzer:innen von Missbrauchsabbildungen/kinderpornografischen Inhalten mit einem höheren Rückfallrisiko lässt sich das CyberKriP methodisch problemlos in die kriminaltherapeutische Arbeit zur Rückfallprävention einbinden. Täter:innen mit präfenzmotivierten, dissozialen oder regressiven Entwicklungspfaden, die einen höheren kriminogenen Bedarf aufweisen, werden weiterhin also weiterhin und über das CyberKriP hinausgehend kriminaltherapeutisch begleitet, z. B. mit dem ASAT(-Jugend/-Kinder)

Literaturquelle zum CyberKriP: 

  • Steffes-enn, R. & Theel, S (2022): Cyberkriminologisches Präventionsprogramm. Eigenverlag
  • Steffes-enn, R, Theel, S & Geiger, M (2023): Interventionen im justiziellen Zwangskontext. In: Steffes-enn, R., Saimeh, N., Briken, P. (Hrsg.): Missbrauchsabbildungen und sexueller Kindesmissbrauch in digitalen Medien. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgruppe, MWV. 259-268

Aktuelle Termine zu unseren offenen CyberKriP-Zertifizierungskursen finden Sie hier:Anmeldeformular





Selbstverständlich können wir Ihnen auch Inhouse-Zertifizierungskurse anbieten.

Bei bestehendem Interesse, zögern Sie bitte nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen!

Kontakt

Zentrum für Kriminologie &
Polizeiforschung | ZKPF
Leitung: Dr. Rita Steffes-enn
ZKPF-Hauptverwaltung:
Pf 1144 | D-56755 Kaisersesch
+49 (0) 26 53 91 37 23
buero@zkpf.de

 

Zentrum für Kriminologie &
Polizeiforschung Berlin | ZKPF-Berlin
Leitung: Steffen Theel
Postfach 67 01 26 | D-10207 Berlin
Mobil: +49 (0) 162 45 12 22 7
www.zkpf-berlin.de